[K]Ein Praxisbezug


Verantwortung abgeben bedeutet, das Steuern anderen zu überlassen

Jüngst hatte ich die Gelegenheit, mit einem noch jungen Lehrer zu sprechen, der an einem niedersächsischen Gymnasium die Fächer Deutsch und Musik lehrt. Da er noch nicht vor allzu langer Zeit das Referendariat abgeschlossen hat, ist seine Praxis im Umgang mit Eltern und Schülern zu den Sprechtagen, noch nicht sonderlich ausgereift. Er berichtete mir von einer Begegnung zwischen einer Mutter und deren Tochter, welche sich unmittelbar nach der Zeugnisvergabe zugtragen hatte. In diesem Gespräch, in welchem auch weitere Kollegen und Eltern anwesend waren, beklagten beide, die in ihren Augen unzureichende Bewertung durch den jungen Lehrer. Als Begründung führten sie an, dass sie es nicht verstehen könnten, warum es ihm als Pädagoge nicht gelingen würde, die Tochter für die Schule zu motivieren. Da der junge Mann keine passende Antwort wusste und  sich wohl auch aus diplomatischen Gründen in Zurückhaltung  übte, blieb ihm nichts anderes übrig, als in aller Stille zu erröten. Spätesten bei solchen Gelegenheiten, muss die Frage erlaubt sein, wie weit Lehrer dazu angehalten werden können, ihre Schüler zu motivieren? Und wenn Motivation gefördert werden soll, mit welchen Mitteln und in welchem Ausmaß? Diese Fragen sind umso mehr berechtigt, weil immer mehr Lehrer unter den gegenwärtigen Belastungen klagen. Der Psychologe Uwe Schaarschmidt von der Universität Potsdam, stellte in verschiedenen Analyseverfahren fest, dass inzwischen mehr als 60% aller Lehrerinnen und Lehrer unter ernstzunehmenden psychologischen Belastungen leiden. Mit anderen Worten: Der Lehrberuf wird als strapaziöser empfunden, als es beispielsweise bei Polizisten oder Feuerwehrleuten gegeben ist. Und das, obgleich schulische Reformbemühungen und pädagogische Strategieüberlegungen schon über mehrere Jahrhunderte andauern. Warum aber ist das so, wo es doch jeden Tag neue Erkenntnisse aus allen möglichen neurologischen oder pädagogischen Wissensgebieten gibt? Wie kann es eigentlich sein, dass trotz aller Anstrengungen der letzten Jahre, Schüler wie auch Schule zu kaum erkennbar besseren Leistungen gelangen?

Kein Witz: Das System Schule wird seit Generationen modernisiert

Schon Erasmus von Rotterdam (1465 – 1536) gab die Losung aus, dass Lehrer ihre Schüler nicht mir Inhalten überfrachten sollten. Weniger sei eben manchmal mehr. Und er wusste bereits, dass lediglich ein angstfreies Lernen zu Erfolg führen würde. Jean-Jaques Rousseau (1712-1778) könnte man als den Vorreiter der Neurodidaktik bezeichnen. Er setzte sich für eine entwicklungs- und damit auch eine gehirngerechte Erziehung ein, denn er hielt Kinder von Natur aus für neugierig. Und Johann Heinrich Pestalozzi (1746 – 1827) postulierte eine Lernen von “Angesicht zu Angesicht, von Herz zu Herz“. Insofern ist durchaus die Feststellung erlaubt, dass die hier exemplarisch vorgestellten Meinungen berühmter Menschen, im Wesentlichen das wiederspiegeln, was die modernen Neurowissenschaften und Lernverhaltensforscher von der Schule der Gegenwart einfordern. Hier aber prallen Wissenschaft und schulische Realität aufeinander, was in der Vergangenheit zu wenig gewinnbringenden Ergebnissen führte.

Was wurde nicht alles in den letzten 100 Jahren ausprobiert?

Baustelle Schule

Gleich ob frontaler oder offener Unterricht, Gruppen- oder Projektarbeit – keines dieser didaktischen Konzepte stellte sich als das Nonplusultra der schulischen Unterrichtsmethoden heraus. Daher schlussfolgerte der Erziehungswissenschaftler Ewald Terhart von der Universität Münster bereits 1997, dass es die beste Methode überhaupt nicht gebe, sofern man die Lernleistung der Schüler als Effizienzkriterium ansetze. Und: Jede bisherige Unterrichtsform beinhaltet eben gute und schlechte Effekte. In all dem (didaktischem) Durcheinander, welches zum einen durch die Schulreformer, den Erziehungswissenschaftlern, den Pädagogen selbst und zum anderen durch die Neuroforscher heraufbeschworen wird, bleibt die gesicherte Erkenntnis, dass der Weg zu einem erfolgreichen Lernen (wie auch immer das definiert wird) nur zu Teilen an den Schulen stattfinden kann.

Alleine die Zauberformel “Motivation als Schlüssel zum Langzeitgedächtnis“ kann so nicht funktionieren

Alle Eltern haben den nachvollziehbaren Wunsch, dass ihre Kinder mit den besten Chancen für ein erfolgreiches und selbstbestimmtes Leben ausgestattet werden. Das umso mehr, da die Zeiten, in denen man Zeit seines Berufslebens nur eine Position bekleidet, immer mehr zu einem Relikt zu scheinen werden. Junge Menschen müssen mehr denn je flexibel auf zahlreiche Herausforderungen des heutigen und des zukünftigen (Arbeits-) Marktes reagieren können. Viele Unternehmen fragen inzwischen nicht mehr ausschließlich nach den schulischen Leistungen oder ob ein Studium mit summa cum laudeabgeschlossen worden ist. Zunehmend interessieren sich die Arbeitgeber für die weiteren Interessen ihres potenziellen Arbeitnehmers. Diese Informationen dienen als Indikatoren, welche bei der Einschätzung helfen, das Engagement, die weiterführende Leistungsbereitschaft und auch den Willen sich zu erholen, beurteilen zu können. Solche, zu den sogenannten Soft Skills gehörenden Aspekte, entscheiden maßgeblich über den weiteren Werdegang eines jungen Menschen. Das aber zeigt auch, dass bei allen schulischen Bemühungen und Interventionen, viele (wenn nicht sogar die meisten) der individuellen menschlichen Talente auf eine andere Art und Weise gefördert werden können.

Kreatives Lernen

Kreatives Lernen bedeutet, mit verschiedenen Methoden die eigenen Bordmittel zu stärken

Bei Betrachtung der zuvor geschilderten Gegebenheiten, kristallisieren sich einige bemerkenswerte Dinge heraus:

1. Lernen ist weitaus mehr als das Aneignen schulischen Wissens.

2. Schulisches Wissen sollte als Grundlage aller weiteren Aus- und Fortbildungen dienen und dementsprechend fundiert bzw. breit angelegt sein.

3. Lernen bedeutet auch, sich die Fähigkeit anzueignen, Wissen und Erfahrung auf andere (dritte) Gebiete zu transferieren, um daraus neue (eigene) Erkenntnisse zu generieren.

4. Alle bisherigen, in der Schule zur Anwendung kommenden didaktischen Methoden, verfügen über Vor- und Nachteile.

5. Interessenbasiertes oder motiviertes Lernen kann nur von dem Lernenden selbst ausgehen.

6. Die Motivation, um erfolgreich zu lernen, kann zwar durch schulische Anstrengungen unterstützt, jedoch nicht auf die Schule per se übertragen werden.

7. Der Mensch ist von Geburt an mit der Fähigkeit ausgestattet, über sich hinaus zu wachsen – also zu lernen.

8. Die Forderung, alle Schüler gleichermaßen in ihrer Individualität zu unterstützen und zu fördern, können die Schulen gegenwärtig kaum leisten.

Diese Punkte, die sich sicherlich noch fortsetzen ließen, sind unter anderem der Grund für das IPE. Mit unserer Arbeit setzen wir genau dort an, wo Schule, Schüler und Elternhaus vielfach an ihre Grenzen stoßen. Wie dargestellt, ist die Schule, bei aller von außen geäußerten Kritik, unerlässlich für die Aneignung von Wissen. Jedoch betrachten wir die Art und Weise des Lernens und damit auch die Fähigkeit, Erfahrungen erfolgreich auf andere Gebiete zu übertragen als ein Potenzial, welches jedem Menschen gegeben ist. Unsere Methoden kombinieren neurowissenschaftliche Erkenntnisse mit didaktischer Erfahrung. Wir wollen und können nicht darauf warten, bis man sich auf der Ebene der Entscheidungsträger darauf verständig hat, wie junge Menschen am besten zu fördern seien. Wie schon weiter oben geschildert, gibt es hierfür bereits seit vielen Jahren geeignete Konzepte. Unsere Trainer und Coaches nutzen unter anderem jene Praktiken, deren Einsatz schon lange in breitem Stil gefordert wird und deren Wirkweise die Wissenschaft von heute belegen kann. Denn:

+ Erfolgreiches Lernen ist die Bildung und Beanspruchung möglichst vieler neuronaler Verbindungen, welche wir beispielsweise durch den sogenannten Alphazustand erreichen (vgl. hierzu Punkt 1).

+ Breit angelegtes Wissen bedeutet die Ausweitung von Interesse auf weniger beliebte Thematiken. Dieses erreichen wir unter anderem durch das Lösen von Blockaden, die sich diesen Themen gegenüber gebildet haben (vgl. hierzu Punkt 2).

+ Transferleistungen optimal vollziehen zu können, bedeutet, dass sämtliche kognitiven Hirnareale mit den sinnesspezifischen Verarbeitungszentren korrespondieren. Ein wirkungsvolles Instrument hierbei sind beispielsweise die Zahlenkarten, deren Einsatz schon lange bekannt ist (vgl. hierzu Punkt 3).

+ Wissenslücken können und sollten junge Menschen eigenständig ausfüllen können. Die Initialzündung hierzu kann das Freisetzen von Energie sein, welches wir durch die EFT-Technik erreichen (vgl. hierzu Punkt 4).

+ Motivation bedeutet unter anderem, das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu haben. Ist dieses nicht vorhanden, geraten Schüler häufig in eine Phase der Stagnation. Durch die Glaubenssatzarbeit lösen wir vorhandene Muster (im Gehirn) auf und regen die Neubildung erfolgreicherer Handlungsmuster an (vgl. hierzu Punkt 5).

+ Motivation kann auch als eine der Grundanlagen des menschlichen Seins bezeichnet werden. Das zu erkennen und für die eigenen Zwecke ein ganzes Leben lang nutzen zu können, erzielen wir mit Techniken wie den geloopten Fantasiereisen (vgl. hierzu Punkt 6).

+ Motivation beinhaltet aus neurowissenschaftlicher Sicht Wachstum. Wachstum ist letztlich die umgesetzte Erkenntnis aus der Summe aller vorhergegangenen Erfahrungen. Wir konzentrieren uns auf die Steigerung des Selbstbewusstseins bei Kindern und erlangen somit die Erfolgsmomente, die für die Eigen-Motivation so bedeutsam sind (vgl. hierzu Punkt 7).

+ Individuelle Förderung und damit den Prozess der eigenen Selbstverwirklichung anzustoßen sollte eines der Grundanliegen unserer Gesellschaft sein. IPEler nutzen die Technik des Imagestreamings, um die persönlichsten Potenziale anzusprechen und mittels synaptischer Neuverknüpfung auszubauen (vgl. hierzu Punkt 8).

Sollten Sie nun möglicherweise das Gefühl haben, dass Ihr Kind Unterstützung gebrauchen kann, dann laden wir Sie herzlich ein, sich einen IPE-zertifizierten Coach oder Trainer in Ihrer Nähe zu suchen: http://potenzial-training.de/760/Coachverzeichnis.html
Gerne wird man Ihnen dann mit Rat und Tat zu Seite stehen.

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